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2. UN-Konferenz „Destinations For All“ in Brüssel

An dieser UN-Konferenz, die nach vier Jahren zum zweiten Mal stattfand, nahmen ca. 400 Personen teil. Schwerpunktthemen waren neben Fragen des Destinationsmanagements im Zusammenhang mit Barrierefreiheit und der Präsentation guter Beispiele aus Deutschland und der ganzen Welt, Fragen der internationalen Standardisierung von Zugänglichkeit bzw. Barrierefreiheit sowie die Diskussion von Problemen bei der Beförderung von Fluggästen mit Behinderung.

Ivor Ambrose wies als Vertreter von ENAT auf die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des barrierefreien Tourismus hin und betonte, dass die Verbreitung barrierefreier touristischer Angebote durch das Fehlen detaillierter Zahlen aus den verschiedenen Tourismusbereichen erheblich beeinträchtigt werde. Hierauf hatte die NatKo in der Vergangenheit sowohl gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium als auch im Tourismusausschuss des Bundestages bereits mehrfach hingewiesen. Die Angaben zur Bedeutung des barrierefreien Tourismus in Deutschland sind über 15 Jahre alt.

Rüdiger Leidner wies bei der Vorstellung des Informations- und Kennzeichnungssystems „Reisen für Alle“ u.a. darauf hin, dass zwar die Barrierefreiheitskriterien zusammen mit dem Deutschen Seminar für Tourismus sowie Vertretern aus Tourismuswirtschaft und -politik erarbeitet worden seien, die NatKo an den Entscheidungen über die Vergabe der einzelnen Zertifikate aber nicht beteiligt sei und daher bei diesem Projekt ein erhebliches Defizit hinsichtlich der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bestehe. Negative Auswirkungen auf die Akzeptanz des Systems bei den betroffenen Reisenden seien nicht auszuschließen.

Alle Präsentationen sollen in einer der drei Konferenzsprachen (englisch, französisch, niederländisch) auf der Website der Konferenz https://www.destinationsforall2018.eu/  eingestellt werden.