Standort-Anzeiger
Pressemitteilung zum Startschuss für das LEADER-Projekt der Region Nordschwarzwald
BAD TEINACH-ZAVELSTEIN. Mit einer großen Auftaktveranstaltung im Kulturzentrum der Stadt Bad Teinach-Zavelstein gaben gestern die Projektverantwortlichen das Startsignal für den Ausbau der Barrierefreiheit im Schwarzwald. Die LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald setzt auf neue Zielgruppen im Tourismus, mehr Komfort und Bequemlichkeit für Familien, ältere Menschen und Menschen, die anderweitig in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Profitieren sollen nicht nur die Gäste, sondern auch die einheimische Bevölkerung.

Die Referenten und die Projektinitiatoren von „Schwarzwald Barrierefrei“ von rechts nach links: Landrat Jürgen Bäuerle (Landkreis Rastatt), Nadine Rathofer und Vorsitzender Johan Kreiter (NatKo), Rainer Laubig (TMBW), Jörg Hönle (Caritasverband), Hartmut Alker (MLR), Geschäftsführerin Dajana Grzesik (LEADER-Aktionsgruppe), Sascha Hotz (STG), Bürgermeister Markus Wendel (Stadt Bad Teinach-Zavelstein)
„Mit LEADER verfolgen wir eine nachhaltige Regionalentwicklung im Nordschwarzwald“, gab der stellvertretende Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald, der Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle, gleich zu Beginn der Veranstaltung bekannt. Dabei setze die Aktionsgruppe auf Themen wie die Sicherung der Lebensqualität im ländlichen Raum und die Profilierung des Nordschwarzwaldes als Gesundheits- und Naturerlebnisregion. Bei einem Anteil von 30-35% mobilitätseingeschränkter Menschen in der deutschen Bevölkerung, mit steigender Tendenz, bedingt durch den demographischen Wandel, spiele der Ausbau der Barrierefreiheit gerade in einer Urlaubsregion wie dem Schwarzwald eine immer wichtigere Rolle, so Bäuerle weiter. Betrachtet man die Entwicklung der Altersstruktur im Nordschwarzwald, so wird der Bedarf an barrierefreien Angeboten nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Bürger steigen. Vor diesem Hintergrund haben die LEADER-Aktionsgruppen Nordschwarzwald und Mittlerer Schwarzwald gemeinsam das Pilotprojekt „Schwarzwald Barrierefrei“ ins Leben gerufen. Insgesamt 28 Kommunen aus beiden Regionen wirken an diesem Projekt mit. Federführend für die LEADER-Region Nordschwarzwald ist die Stadt Bad Teinach-Zavelstein. „Allein im öffentlichen Bereich sehe ich große Handlungspotenziale“, führte Bürgermeister Markus Wendel aus. Er appellierte aber auch an die privaten Dienstleister und Betriebe, die Chance, die das Projekt bietet zu nutzen und sich aktiv in das Projekt einzubringen. Nur so könne das Projekt auf eine breite Basis gestellt werden. Gegenstand des Projektes ist eine Bestandserhebung entlang der gesamten touristischen Servicekette und die Erstellung pragmatischer Handlungsempfehlungen, mit denen das barrierefreie Angebot ausgebaut werden soll.
Ministerialdirigent Hartmut Alker, Vertreter des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum, betonte die Bedeutung der Thematik sowohl für behinderte Menschen, wie auch für Familien mit Kindern und Senioren. Wichtig dabei sei, dass den Handlungsempfehlungen auch konkrete Maßnahmen folgen. Alker: "Die Zustandsbeschreibung allein reicht nicht aus. Es müssen konkrete Verbesserungen folgen." Er appellierte an die anwesenden Entscheidungsträger, die interessanten Fördermöglichkeiten aus dem EU-Programm LEADER auch für mögliche spätere investive Projekte zu nutzen: "Soweit Fördermöglichkeiten bestehen, wird das Land sinnvolle Projekte gerne unterstützen“, so Alker.
Die Gesamtkosten des Pilotprojektes in Höhe von rund 157.000,- Euro werden zu 75% gefördert, davon kommen 55% aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) und 20% vom Land Baden-Württemberg. Die verbleibenden 25% tragen die beteiligten Kommunen.
Mit der Durchführung des Projektes wurde die Nationale Koordinationsstelle für Tourismus für Alle e.V. (NatKo) beauftragt. Ihr Vorsitzender, Johann Kreiter, stellte zusammen mit der Projektverantwortlichen vor Ort, Nadine Rathofer, die einzelnen Projektbausteine vor. Als Ansprechpartner in den Kommunen wird es künftig Barrierefreikoordinatoren geben, die von den Kommunen benannt werden. Sie sollen sicherstellen, dass die Belange der Barrierefreiheit auch mittel- bis langfristig Berücksichtigung finden.
Sowohl die Projektträger als auch Sascha Hotz und Rainer Laubig, Marketingexperten der Schwarzwald Tourismus GmbH und der Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg, sehen in dem Projekt eine große Chance. Bislang gibt es keine andere Mittelgebirgsregion, in der ein derartig umfassendes Projekt umgesetzt wurde. Damit hätte der Schwarzwald die Möglichkeit, sich als barrierefreie Urlaubsdestination am touristischen Markt zu etablieren. Beide Organisationen werden das Projekt nach Kräften unterstützen.
Auch der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg begrüßt den Projektansatz: "Nicht nur unter touristischen Gesichtspunkten, sondern insbesondere für ein barrierefreies Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ist das Projekt sehr positiv zu bewerten", machte Jörg Hönle in seinem Abschlussbeitrag deutlich.
Haben Sie Interesse am Projekt oder Fragen? Dann wenden Sie sich an Nadine Rathofer von der NatKo - Telefon: 07832/795172, E-Mail: rathofer@natko.de.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch auf der Homepage der LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald unter www.leader-nordschwarzwald.de.
Veröffentlicht am: 31.03.2009